Hadres

 

Die Marktgemeinde Hadres im Pulkautal im nördlichen Weinviertel  (Niederösterreich) besteht aus den Orten Hadres, Obritz und Untermarkersdorf. Stark vertreten ist der Weinbau: Die Gemeinde Hadres hat in etwa die gleiche Weingartenfläche wie Wien, nämlich rund 700 ha. Die bedeutendste Weinsorte ist bei den Weißweinen der Grüne Veltliner und bei den Rotweinen der Zweigelt.

Im Keller des Gemeindeamtes befindet sich die größte Modellbahnanlage der Region, an der bereits seit Jahren gearbeitet wird. Die folgenden Fotos zeigen Nachbauten von Häusern aus Hadres, Retz und Znaim (Znojmo).

Im Zeitgeschichtemuseum von Leopold Zeissl gibt dieser einen Überblick über die Entwicklung vieler Gebrauchsgegenstände.

Nähere Informationen auf seiner Homepage:  zeissl.jimdo.com

 

In Hadres gibt es zwei Gasthäuser. Zu jedem von ihnen habe ich eine Geschichte geschrieben:

Warum es in Hadres ein Maria-Theresien-Gasthaus gibt
Maria-Theresien-Gasthaus.pdf
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Über den Elefanten beim Gasthaus Willinger
Ein Elefant als Hadreser Institution.pdf
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Die Hadreser Kellergasse

Das Wichtigste an Hadres aber ist wohl die Kellergasse (da sie in einem Hohlweg liegt, wird sie auch Kellertrift genannt) . Österreich ist das Weltzentrum für Kellergassen und hier wiederum das Weinviertel. Und Hadres, hart an der Grenze zu Tschechien, hat als Besonderheit die längste baulich geschlossene Keller-gasse Österreichs und damit vermutlich auch der Welt. Kellergassen liegen zumeist am Rand oder sogar außerhalb der Ortschaften und sind nicht für Wohnzwecke gebaut, sondern einzig für die Verarbeitung und Lagerung des Weines (manchmal aber auch zur Lagerung anderer Lebensmittel). Um die großen Baumpressen zu schützen, sind die "Preßhäuser" entstanden; und zur Lagerung des Weines hat man lange Gänge in den Boden gegraben, weil einige Meter unterhalb der Erdoberfläche die Temperatur ziemlich konstant um die 10°C beträgt. Die meisten der heute noch existierenden Preßhäuser sind nach 1700 entstanden; Kellerröhren können auch deutlich älter sein, lassen sich aber schwer datieren.

Ziemlich genau in der Mitte der Hadreser Kellertrift liegt mein Haus. 1980/82 wurde es gebaut, 1996 erwarb ich es, um einen Ort zu haben, an dem ich in Ruhe malen und schreiben kann, der mich aber auch zum Radfahren animiert und mit einem wohlgefüllten Weinkeller empfängt, in dem die Weine in Ruhe reifen können. Mein Haus hat keine Nummer, sondern ist am Zeichen Pi zu erkennen, was einerseits dem Haus eine gewisse Eigenart verleihen, anderseits meine Beziehung zur Mathematik ausdrücken soll.

An kühlen Abenden und vor allem im Winter ist ein gemauerter Kamin mein Lieblingsplatz. Stundenlang sitze ich manchmal davor, höre Musik, schaue ins Feuer und träume vor mich hin, bis mich dann wieder die Arbeitslust packt, ich meine Staffelei vor dem Kamin aufstelle und – vom Rücken her durchgewärmt – bis tief in die Nacht hinein male. Entsprechend unaufgeräumt schaut es dann im Haus auch aus: Bilder stehen umher, Malutensilien liegen kunterbunt durcheinander – herrlich!

Im Oktober 2009 geschah etwas sehr Außergewöhnliches: Nach einem Wasserrohrbruch weichten 400 000 Liter Wasser das Erdreich neben meinem Haus so auf, daß eine Kellerröhre einstürzte und das darüber stehende Gebäude in das entstandene Loch kippte.

 

So richtig verlassen, wie viele andere Kellergassen es sind, ist die Hadreser nie. Immer ist irgendwer unterwegs: Winzer in den Weingarten oder den Wein-keller, Wanderer, Radfahrer, und von Zeit zu Zeit gibt es auch Feste, die Leben in die Kellergasse bringen.

 

             Am 2. und 3. Adventwochenende finden Adventmärkte statt. 

 

Eine Besonderheit der Hadreser Kellertrift

ist es, daß viele Kellerröhren nicht vom Preßhaus aus zugänglich sind, sondern ihren Eingang außerhalb des Preßhauses haben, etwa darunter oder auch daneben, wie auf den folgenden Bildern gezeigt wird:

Einige weitere Impressionen aus der Hadreser Kellertrift:

Ein parallel zur großen Kellertrift verlaufender Hohlweg wurde einige Zeit hindurch als Museumskellergasse verwendet, in der auch einige alte Preßhäuser stehen. So ähnlich dürften vor 100 Jahren oder mehr viele Kellergassen des Pulkautales ausgesehen haben: Lößwände, unbefestigter Boden und oft nur so breit, daß ein Fuhrwerk durchfahren kann.

Weitere Bilder aus Hadres finden sich unter Fotos/Hadres, Pulkautal.

Die Umgebung von Hadres

Auch die Umgebung von Hadres hat einiges zu bieten, sei es das Rotweinzentrum Haugsdorf, Mailberg mit dem Schloss des Malteser Ritterordens, der alte Kuenringersitz Seefeld oder – etwas weiter – die Städte Pulkau, Retz und Laa an der Thaya.